Petra Ruland

Ich lebe mit meinem Mann und unserem Nova Scotia Duck Tolling Retriever im Herzen von Köln.

Unsere beiden Kinder stehen längst auf eigenen Beinen und haben ihre eigenen Haushalte, seit März 2017 sind wir stolze Großeltern ♥

Mit dem Auszug der Kinder bekam ich Platz für eine eigene Nähwerkstatt. Was für ein Luxus!
Aber von vorne…

 

Das Nähen hat mich schon im Alter von ca. 18 Jahren „erwischt“. Damals machte ich meine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann in der Kölnischen Mode- und Textilgroßhandlung (die es heute leider nicht mehr gibt). In meinem 2. Ausbildungsjahr landete ich in der Abteilung Meterwaren und war darüber zunächst gar nicht glücklich. Viel lieber wäre ich in die schicke DOB gegangen, aber da konnten natürlich nicht alle Lehrlinge hin.

Aber schon sehr schnell spürte ich, dass ich bei den Stoffen doch viel näher an der Mode dran war als zunächst gedacht. Diese Vielfalt an traumhaft schönen Stoffen und Farben gefiel mir wahnsinnig gut. Darüber hinaus ließen die langen Stoffbahnen Raum für unglaublich viel mehr Kreativität, als es die bereits fertigen Stücke in den Konfektionsabteilungen taten. Der Warenkundeunterricht vermittelte mir geballtes Wissen über die verschiedenen Stoffe und deren Verwendungszwecke. Ich lernte Qualitätsunterschiede und deren Vor- und Nachteile für die Verarbeitung kennen, die mir später noch sehr nützlich sein sollten.

Zu Weihnachten bekamen wir regelmäßig tolle Pakete mit bunt gemixtenund überwiegend recht hochwertigen Stoffen aus der jeweils neuesten Kollektion, die geradezu danach schrieen, vernäht zu werden. Die älteren Kolleginnen ließen sich Kleider daraus schneidern. Das ließ mein Lehrlingsgehalt natürlich nicht zu und so dauerte es nicht lange, bis ich selbst versuchen wollte, diese tollen Stoffe zu verarbeiten.

Erwartungsfroh und voller Tatendrang wurde der erste und einzige Nähkurs gebucht. Doch was für ein Dilemma! Die ältlichen Damen (wahrscheinlich ungefähr in meinem heutigen Alter *hust*) wollten allen Ernstes mit mir Schürzen nähen. SCHÜRZEN!!!

Naja – vor dem Lohn kommt die Arbeit, dachte ich mir und so machte ich widerwillig beim Erstellen einer Schürze meine ersten Näherfahrungen. Als die langweilige Schürze endlich fertig war, sollte es ein Nachthemd sein….,  meine Begeisterung hielt sich in Grenzen.

Aber ich saß an der Quelle und kaufte mir edle schwarze Seide und dazu passende Spitze…. und erntete prompt entsetzte Blicke seitens der Mitnäherinnen, die allesamt zartpastellige Blümchenstoffe mitgebracht hatten.

Das konnte ja nichts werden!

Aber es wurde doch etwas. Ich zog das durch, lernte an diesem flutschigen Seidenzeugs mehr als mir lieb war und verließ anschließend fluchtartig das Damenkränzchen. Dann folgten einige autodidaktische Jahre: learning by doing. Die Grundlagen hatte ich ja. Ich kaufte burda, Neue Mode und ähnliche Schnittmusterzeitschriften, freundete mich mit Vogue-Modellen an und nähte mit wachsender Begeisterung und mit jedem Stück entwickelten sich meine Fähigkeiten.

Später gab es Nähgruppen ohne Anleitung, aber voll mit nähwilligen jungen Frauen, die alle mehr oder weniger gut mit ihren Maschinen umgehen konnten. Das hat Spaß gemacht und wir haben uns gegenseitig geholfen und über die Schulter schauen lassen. Hier war wieder viel zu lernen und abzuschauen, aber ich konnte auch schon eine Menge selbst weiter geben.

Mit dem Internet wuchsen dann die Informationsmöglichkeiten und die tollsten Tricks und Tipps ließen sich leicht im Netz finden, testen und so die eigenen Kenntnisse vertiefen und immer weiter schleifen. Ein bisschen besser geht immer und ausgelernt hat man ja zum Glück nie.

So entwickelte sich diese Leidenschaft, die mich bin heute nicht mehr losgelassen hat und die sich immer noch weiter verfeinern lässt. Ich kann an keinem Stoffgeschäft vorbei gehen, ich muss die Stoffe einfach anschauen, anfassen und fast immer auch etwas mitnehmen. Sehr gerne besuche ich auch Fachmessen oder schaue mir die Werke anderer Näherinnen an, immer auf der Suche nach neuen Inspirationen, Techniken und Verarbeitungsweisen.

Da der eigene Bedarf und der der „zwangsbenähten“ Familie irgendwann gedeckt war und ich sehr gerne mein „eigenes Ding“ machen wollte, habe ich im April 2007 Uniqz gegründet, die erste Stickmaschine angeschafft und nähe und sticke seither hauptsächlich für Sie: meine Kunden. Zwischenzeitlich hat sich der Maschinenfuhrpark deutlich vergrößert und Uniqz ist eine eingetragene Marke geworden.  Mein Sortiment hat sich im Laufe der Jahre verändert und passt sich immer einmal wieder der sich ändernden Nachfrage an. Anfangs nähte ich in erster Linie Kosmetik- und Kulturtaschen, mittlerweile sind es überwiegend Herzblutdinge für Hochzeiten und Kinder, die ich entwerfe und mit viel Liebe zum Detail anfertige.

Dieser Job macht mir unglaublich viel Freude und jedes einzelne Stück, das unter meinen Händen mit Liebe entsteht ist ein Stück von mir selbst. Ich habe erreicht, was ich wollte, wenn am Ende ein Produkt gewachsen ist, das gerne verschenkt wird und den neuen Besitzern ein Lächeln ins Gesicht zeichnet.

Thats me! *lovemyjob*

 

unterschrift

P.S.:

Auch wenn ich schon viele Kleidungsstücke und als Kölnerin natürlich auch etliche Karnevalskostüme für mich und meine Kinder genäht habe, bin ich keine Schneiderin.  Ich kann sehr gut nähen, behaupte ich jetzt einfach einmal – aber eben nicht schneidern.

Das ist auch der Grund, warum ich passgenaue Kleidung nicht für Kunden und auch nicht für Freunde nähe. Die Konfektion überlasse ich gerne denen, die das von der Pike auf gelernt haben.

2 Gedanken zu „Über mich

  • 13. März 2017 um 21:04
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    Was für eine tolle Seite!
    Ich liebe deine Meisterwerke und freue mich jedesmal, wenn ich jemanden mit deinen Werken beschenken darf.
    Du kannst stolz auf dich sein, was du da auf die Beine gestellt hast.

    Dein Fan,
    Carina

    Antworten
    • 13. März 2017 um 21:08
      Permalink

      Oh – was für ein wunderschönes Kompliment!
      Ganz lieben DANK!! Ich freue mich sehr darüber <3

      Antworten

Dankeeee, dass Du Dir die Zeit nimmst, einen Kommentar für mich zu hinterlassen. Ich freu' mich!!